0 In Rezensionen

“Dear Britain” von Annette Dittert

“Dear Britain – Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens” von Annette Dittert

erschienen am 12.05.26 im Dumont Verlag

umfasst 256 Seiten

*Vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Herzlichen Dank an den Dumont Verlag und Netgalley Deutschland für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Klappentext:

Als Annette Dittert am 31. Januar 2020 um Mitternacht vor der Downing Street stand, um live in den ARD-Tagesthemen darüber zu berichten, dass der Brexit in dieser Nacht nun endgültig vollzogen sei, schossen ihr kurz vor der Schalte plötzlich Tränen in die Augen. Längst war London ihr Zuhause geworden. Jetzt war der Bruch mit der EU nicht mehr umkehrbar. Für sie und viele Briten, die bis zum Schluss noch auf einen anderen Ausgang gehofft hatten, ein bedrückender Tag. 
Sechs Jahre später und zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum fragt sich Annette Dittert, was aus dem Land geworden ist. Sie nimmt uns mit auf eine Reise über die Insel: Wir besuchen die Royal Albert Hall und das House of Lords, schwimmen mit der Frauengruppe »Blue Tits« im Meer an der Ostküste der Insel, plaudern mit Schotten, Priestern und Earls. Und sind bei der Autorin auf ihrem Narrowboat Emilia zu Gast, einem kleinen bunten Boot aus Stahl am Regent’s Canal, mitten im Zentrum Londons. So entsteht ein facettenreiches Bild der eigenwillig-charmanten Briten, deren prekäre wirtschaftliche und soziale Situation – nicht nur infolge des EU-Austritts – im Alltag spürbar ist und die doch stets Haltung bewahren.

So hat es mir gefallen:

Seit ich mit 17 das erste Mal in London war, bin ich ein großer Fan der britischen Hauptstadt, aber auch Englands und Schottlands. Es führte also dadurch schon gar kein Weg an diesem Buch von Annette Dittert vorbei.

Trotzdem war es eine Überraschung und zwar eine sehr Positive.

Obwohl ich seit meinem ersten Besuch auf “der Insel” seitdem schon viele Male dort war und auch einige Engländer meine Freunde nennen darf, gab es in “Dear Britin” soviel zu entdecken und zu erfahren. Besonders schön ist es, wenn man die Erkenntnisse dann noch in einem wunderbaren und professionellen Stil präsentiert bekommt. Kurz, diese Buch liest sich einfach ganz wunderbar und man bekommt das Gefühl, dass man direkt bei den Gesprächen mit den unterschiedlichsten Charakteren dabei ist.

Annette Dittert schafft die unterschiedlichsten Themen in ihrem Buch zu vereinen. So kommt man natürlich nicht um das Thema Gärtner herum, gleichzeitig betrachtet Sie auch die Wasserwirtschaft in England und die dadurch entstehenden Problematik. Armut, gerade im Norden und die Aussichten nach 10 Jahren Brexit bleiben nicht unbeachtet, sowie die Situationen der Schotten und Waliser. Ich habe viel über die politische Struktur im Parlament erfahren, über die britische “Club-Landschaft” und warum es immer noch schwer ist als Frau Mitglied in diesen Clubs zu werden.

Mir selbst war erst viele Jahre nach dem Brexit klar geworden, dass dessen verführerischer Slogan “Take back Control!” auch deshalb so erfolgreich wurde, weil er das tief sitzenden Gefühl der Machtlosigkeit gerade der Engländer in ihrem Klassensystem so präzise auf den Punkt brachte.

Im Kapitel “sentimental Journey” gibt es eine schöne Hommage an Soho und wie es dort vor einigen Jahrzehnten war, was einen nostalgischen Charakter in das Buch zaubert.

Fazit:

“Dear Britain” wirft einen liebevollen und auch kritischen Blick auf Großbritannien. Geschrieben von einer Autorin, die mittlerweile die britische Staatsbürgschaft hat und interessiert daran ist, wie die Dinge im Königreich funktionieren. Sie gibt interessanten Persönlichkeiten eine Stimme, hinterfragt und befragt unterschiedlichste Themen und schafft es, dass die LeserInnen einen stellenweise neuen Blick auf das “Verhalten” der Briten und ihre Strukturen erhalten.

Für alle Großbritannien- Liebhaber ein absolutes “must-read”, aber auch für alle die, die Strukturen verstehen wollen und wissen wollen, warum Dinge “anders funktionieren” und ein bisschen hinter die Kulissen schauen wollen.

Ich mochte das Buch sehr gerne, insbesondere weil es mit sowohl einem journalistischen Blick und auch mit dem Herzen geschrieben wurde.

Leseempfehlung!

Loading Likes...

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply