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“Unser Sommer endet nie” von Virginie Grimaldi

„Unser Sommer endet nie“ von Virginie Grimaldi

Erschienen am 28.05.2026 im Eisele Verlag

Umfasst 352 Seiten

*Vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Herzlichen Dank an den Eisele Verlag und Netgalley Deutschland für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Klappentext:

Hochsommer im französischen Baskenland – die Schwestern Emma und Agathe Delorme verbringen eine letzte Woche im Haus ihrer Großmutter. Zwischen Erinnerungen an endlose Sommer, alten Verletzungen und der Sehnsucht nach Nähe bleibt ihnen nur wenig Zeit, um das Vergangene zu überwinden und neu zueinanderzufinden.

So hat es mir gefallen:

Jedes Kapitel von “Der Sommer endet nie” wird auf der Sicht einer der beiden Schwestern Emma und Agathe erzählt. Stellenweise Begebenheiten aus der Vergangenheit und auch aktuelle Ereignisse. Dadurch erhält man ein umfassenden Einblick in die Geschwisterdynamik der beiden und erfährt viel aus den teilweise schwierigen Situationen, denn sie als Kinder und Jugendliche ausgesetzt waren.

Die Beziehung ist, wie bei allen Geschwistern stark geprägt durch die Ereignisse der Vergangenheit und natürlich auch durch die Rollenzuschreibungen, die sich natürlich entwickeln.

Die letzte Woche, die Emma und Agathe im Haus der verstorbenen Großmutter im Baskenland verbringen, legt ein Brennglas auf die vielen Erinnerungen, die mit diesem Ort und dem Haus verbunden sind. Kommt der Romantitel so leicht daher, spricht der Roman viele ernste Themen an. Wer allerdings bei “Der Sommer endet nie” eine leichte Lektüre über einen französischen Sommer erwartet, wird dies hier nicht finden und dennoch überrascht werden über die Wucht dieser Erzählung.

Wie ist es zurückzukehren an einen Platz aus der Kindheit, der alte Erinnerungen und Wunden wieder öffnet und gleichzeitig ein rettender Zufluchtsort war/ ist für eine Kindheit, die durch Unsicherheit und “nicht wirklich verfügbare” Eltern geprägt war.

Ich habe diese Woche idealisiert. Um meinen Ängsten etwas entgegenzusetzen, habe ich mir in den Tagen davor eingeredet, Fall alles perfekt sein würde. Das ist es nicht. Es ist besser als das. Die Tage hier sind gespickt mit Unzulänglichkeiten, ungeniertem Schweigen, lautstarkem Gelächter.

Die Geschichte der Schwestern ist keine Wohlfühl-Geschichte, vielmehr der Bericht über eine chaotische Kindheit, in der beide auf jeweils ihre eigenen Weise nach Orientierung suchen. Psychische Erkrankung ist unter anderem ein Thema, was in diesem Roman aufgegriffen wird und wirklich gut “erzählt” ist. Gleichzeitig ist es eine Geschichte voller Mitgefühl, das wiederfinden eines Menschen, den man schon fast verloren glaubte und gleichzeitig die starken Bande von Geschwisterliebe, die nicht immer gradlinig sind.

Fazit:

“Unser Sommer endet nie” ist, wider dem Titel, eher ein trauriges und gleichzeitig eine sehr warmherziges Buch. Es ist wunderbar geschrieben und liest sich in einem Rutsch durch. Es hat mich tief berührt, gerade das Ende ist sicherlich so, dass man ein Taschentuch zur Seite haben sollte. Kein sommerlicher Wohlfühlroman, aber dafür eine sehr runde Geschichte über die Unwägbarkeiten und Umwege des Lebens.

Eine klare Leseempfehlung!

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