„Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren….was passierte, als ich es trotzdem tat“ von Lois Pryce [ Rezension]

„Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren….was passierte, als ich es trotzdem tat“ von Lois Pryce [ Rezension]

„Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren….was passierte, als ich es trotzdem tat“

von Lois Pryce

Erschienen 2017 bei Dumont

Umfasst 330 Seiten

-vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen-

 

Klappentext:

Eines Tages entdeckt Lois Pryce in London einen Zettel an Ihrem weitgereisten Motorrad: Eine persönliche Einladung in den Iran, geschrieben von einem Fremden namens Habib. Die Neugier der Abenteuerin ist geweckt.

Das Frauen im Iran offiziell gar kein Motorrad fahren dürfen… und alle Bekannten ihr dringend davon abraten…geschenkt! Ihre ebenso mutige wie überraschend Reise in den echten Iran kann beginnen: 5.000 Kilometer mit Helm und Hidschab- und zahllosen unvergesslichen Begegnungen.

 


Ich bin keine Motorradfahrerin und hatte bisher auch noch keine Berührungspunkte mit dem Iran, trotzdem hat mich dieses Buch angesprochen, da ich es liebe Erlebnis- bzw. Erfahrungsberichte über außergewöhnliche Reisen zu lesen. Außergewöhnlich, hier im Besonderen der Bericht einer Frau, die alleine mit dem Motorrad losfährt ( mutig!) und dann noch ein Land wie den Iran bereist ( noch mutiger) zu einer Zeit, in der dieses Land nicht gerade „beliebt“ war ( 2012).

Ich hatte bis dahin so gut wie keine Ahnung, was der Iran für ein Land ist und wusste nur das, was ich bisher über die Nachrichten aufgeschnappt hatte. Für mich lief der Iran unter den Ländern, die man nicht unbedingt bereisen sollte.

So hat es mir gefallen:

Lois Pryce schreibt sehr mitreißend. Sie ist definitiv eine Abenteuerin und schreibt sicher in der Tradition der von ihr bewunderten Freya Stark ( diese bereiste ebenfalls alleine vorwiegend den Nahen Osten in der Zeit von 1927 bis 1979).

Bis zur eigentlichen Abreise hinterfragt Lois sich, ob dieses Unterfangen tatsächlich eine gute Idee ist. Dies wird selbstverständlich von fast allen Freunden und Bekannten, sowie der Berichterstattung der Medien befeuert, die sie für verrückt halten.

Das sie es trotzdem wagt, zeichnet in meinen Augen eine wirkliche Abenteuerin aus. Wer sich nicht über die sichtbaren Grenzen hinwegsetzt und Unmögliches wagt, kann nichts Neues erfahren.

Was ganz wunderbar an diesem Buch ist, dass es mit Vorurteilen aufräumt. Vieles von dem, was Lois über den Iran in den Medien gehört hat, hat sie völlig anders vor Ort erlebt. Sie taucht ein in diese fremde Kultur und hat Begegnungen mit Menschen, die sehr herzlich und gastfreundlich sind.

 „Ich wollte nur ungern zugeben, dass ic h noch vor wenigen Wochen ähnlich vorurteilsvoll über die Iraner gedacht hatte. Die vielbeschworene Erweiterung des Horizonts durch Reisen erfolgt ja meist in kleinen Schritten, sie beschleicht einen, je mehr man sich dem Fremden aussetzt. Im Iran dagegen geschah sie in einem Crashkurs. Ständig musste ich meine Meinung revidieren und meine Gedanken zurechtrücken.

Sie zeigt die Diskrepanzen dieses Landes auf, die politischen Probleme und die Subkultur, die sich aus der iranischen Politik ergeben haben.

Selbstverständlich fällt sie mit ihrem Motorrad auf und es läuft auch nicht alles reibungslos, es gibt schwierige Situationen. Man fiebert mit ihr mit und wird von dern Erlebnissen mitgerissen, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Vor allem ist es aber ein Buch über Toleranz und dem Umgang von Vorurteilen.

Wunderbar sind ihre Erlebnisse und Begegnungen mit den iranischen Frauen, die oft eine ganz eigenständige und selbstbewusste Haltung haben und meist sehr gut ausgebildet sind.

Sie thematisiert die Wünsche und Hoffnungen, die die Menschen für ihr Land haben und zeigt deren Liebe zu diesem Land.

Nebenbei erfährt der Leser sehr viel über die geschichtliche und politische Entwicklung des Irans. Es war für mich sehr interessant, da ich vieles davon gar nicht wusste bzw. nur bruchstückhaft gehört hatte. Am Ende des Buches gibt es sogar eine Zeittafel.

Kurz nach Ihrer Reise erfuhr Lois, dass mittlerweile Ausländer nicht mehr alleine durch den Iran reisen durften. Sie war quasi eine der Letzten, die dieses Land noch frei erkunden konnten und das macht dieses Buch zusätzlich besonders.

Fazit:

„Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren…“ ist ein großartiges Buch von einer bemerkenswerten Frau.

Es ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, ein Bericht über ein besonderes Land und seine Bewohner. Es lädt ein, die eigene Meinung zu hinterfragen und sich einzulassen auf neue Abenteuer.

Eine klare Leseempfehlung, um eine ungewöhnliche Reise zu begleiten und den Iran besser kennenzulernen!

Ganz wunderbar ist, dass parallel zu meiner Lektüre, die liebe Sabrina vom Blog “Lesefreude” ihre eigene Iranreise jeden Montag in einem Post vorstellt.

Das hat für mich die Informationen zum Iran nochmals ergänzt und mit entsprechenden Fotos gefüttert!

 

Loading Likes...
Folge:

2 Kommentare

  1. September 20, 2018 / 7:15 pm

    Ich überlege, ob ich es ganz gelesen oder mir nur die Leseprobe zu Gemüte geführt habe *hmmm*
    In jedem Fall fand ichs aber auch sehr gut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere