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“Lichter auf dem Meer” von Miquel Reina [Rezension]

Buchcover von Lichter auf dem Meer

“Lichter auf dem Meer”
von Miquel Reina
umfasst 336 Seiten
erschienen am 12.08.2019 im Penguin Verlag


*vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*
Herzlichen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

TW: Trauer

Klappentext:

Harold und Mary Grapes verbindet eine große Liebe, doch der Tod ihres Sohnes hat sie den Glauben an das Schöne im Leben verlieren lassen. Nur ihr kleines, auf einem Felsen hoch über dem Meer gelegenes Holzhaus bereitet ihnen noch Freude, aber nun sollen sie es verlassen. In der Nacht vor dem gefürchteten Umzug ins Altersheim schlägt das Schicksal plötzlich noch einmal zu: Ein heftiges Unwetter fegt das Haus ins Meer und schickt das tief schlafende Ehepaar auf eine außergewöhnliche Reise. Eine Reise, die sie bis hoch in den Norden führt, wo die Toten sich in Polarlichter verwandeln und ein Zuhause nicht aus vier Wänden besteht, sondern aus geliebten Menschen. Einer Reise, von der Harold und Mary plötzlich gar nicht mehr wollen, dass sie endet …


So hat es mir gefallen:

Lichter auf dem Meer ist mir auf der Buchmesse in Frankfurt in die Hände gefallen. Ich mochte den Klappentext und habe mich gefreut, dass der Penguinverlag mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

Der Roman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist auf eine ganz besondere Art geschrieben. So gleicht sie zum einen teilweise einem Märchen und ist dennoch sehr menschlich und lebensnah. Auch wenn die ein oder andere Begebenheit recht fiktiv wirkt, ist es nie so absurd, dass es den Fortgang der Geschichte nicht rechtfertigen würde.

Die Protagonisten, das ältere Ehepaar Harold und Mary Rose Grape, wachsen einem direkt ans Herz. Sie sind von der Vergangenheit nicht verwöhnt worden. Sie leben entfernt vom Ort und leben ein Einsiedlerleben. Ihre Träume sind zerplatzt und sie stehen kurz davor ihr Haus auf den Klippen verlassen zu müssen. Durch ein großes Unwetter werden sie in dieser Nacht in ein neues Leben katapultiert. Dieser „Zwischenfall“ verändert alles. Sie sind plötzlich wirklich allein und aufeinander angewiesen, um zu überlebem. Dabei finden sie sich Stück für Stück als Paar wieder und bekommen, trotz größter Schwierigkeiten, die Möglichkeit ihr Leben neu auszurichten.

Die beiden haben ihren Sohn als Kind durch einen Unfall verloren. Durch die tiefe Trauer, sowie die Schuldzuweisungen, haben sie all die Jahre einsam nebeneinander her gelebt und waren in den Fängen der Traurigkeit festgehalten. Auf ihrer Reise lernen sie die Dinge neu zu betrachten. Sie treffen auf Normaden, die das Leben als solches völlig anders angehen. Dadurch lernen sie eine neue Sichtweise kennen und können sich von den Fesseln der Trauer lösen.

Das Buch behandelt nicht nur die Ausrichtung auf ein neues Leben der beiden, sondern insbesondere wie das Geschehen die Denkweise der beiden beeinflusst und somit die Neuausrichtung erst ermöglicht.

Ich mag besonders die Sprache dieses besonderen Romans. Sie ist bildhaft und schön und doch spürt man die Unwegbarkeiten und Gefahren, durch die die Grapes gehen müssen. Die Wort lassen eine ganz besondere Atmosphäre entstehen und haben mich gefühlsmäßig ziemlich erreicht.

„Mein Volk glaubt, dass der Himmel eine riesige Kuppel ist, die aus dem härtesten Material im Ganzen Universum besteht“ sagte Ana. „ und Jenseits des Horizonts liegt die Unendlichkeit, das Reich der Totem; ein Ort aus Licht, von dem wir nur einen Schimmer wahrnehmen, wenn die Seelen langsam zu ihm aufsteigen, einem Schimmer, der uns mit seiner Vollkommenheit erfreut, unser Leid beendet und uns an die Schönheit erinnert, die es in unserer Welt gibt.“

“Lichter auf dem Meer” hat eine längere Entstehungsgeschichte. Der Autor began es bereits zu Studienzeiten und hat den Text nach Jahren wieder aufgenommen und nun fertiggestellt. Ich empfinde es als ein besonderes Buch. Trotz des schwierigen Themas ist es so hoffnungsvoll. Die Botschaft, egal in welchem Alter man sich befindet und wie das Schicksal einen gebeutelt hat, so gibt es doch eine Möglichkeit weiterzumachen, man muss dafür den eigenen Weg finden.

Den Roman von Miquel Reina kann ich nur empfehlen, er gehört für mich zu den Büchern “mit einem besonderen Geist”.

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