Litcamp17 Heidelberg- Teil 2

Hier nun noch über den Sonntag auf dem Litcamp17 in Heidelberg.

Bei der morgendlichen Zusammenkunft für die Sessionplanung, war direkt zu merken, dass fast alle etwas „ruhiger“ waren, was sicherlich der ein oder anderen längeren Nacht geschuldet war und 9.00 bzw. 10.00 Uhr morgens dann doch etwas früh war.
Trotzdem waren wieder sehr viele bereit eine Session zu halten und die Themen waren vielfältig.

Meine erste Session diskutierte die Frage
“ Wie mutig sind Verlage noch?“ von Martin Krist
martin-krist.de
Wird nur noch Mainstream geschrieben und verlangt?

Nach einer Information über sich und seine Bücher ging die Diskussion direkt los.
Sind die Verlage nur noch unternehmerisch denkend auf Profitsuche?
Wartet jeder nur noch auf den “ großen Titel“ a´la Harry Potter?
Anderseits wollen die Verlage auch kein Risiko mehr eingehen und setzen auf beim Leser Bewährtes, geben aber Autoren mit neuen Ideen keine wirkliche Chance?
Die Diskussion war intensiv und stellenweise kontrovers, doch es blieb die Hunh-Ei-Frage, gibt es zu wenig gute Manuskripte oder wollen die Verlage keine weiteren Risiken eingehen?

Mein Fazit aus der Diskussion ist, dass die Verlage mittlerweile zu “ schwerfällig“ geworden sind.
Es dauert zu lange bis Themen/ Bücher umgesetzt sind, somit werden aktuelle politische Themen quasi unbrauchbar.
Sind die Verlage dabei sich selbst abzuschaffen? – weil nicht flexible genug, nicht am Zeitgeist, zu stark in alten Strukturen, die Machte der sozialen Medien und die Schnelligkeit im Austausch der Leser unterschätzend?
Eine Diskussion zum Thema “ Schubladendenken“ wäre hier auch interessant gewesen.
Durch die Vorgabe der Verlage – In welches Genre ist der Text einzuordnen?- verhindert man ggf. neue Denkweisen und Konzept, die interessant sein könnten.
Verlage müssten Ihre Arbeitsweise stark hinterfragen und Mut beweisen, aber dazu ist die Struktur zu sehr gesetzt und der finanzielle Druck ggf. zu hoch.

Hierzu passte dann direkt die folgende Session von Lilith van Doorn

“ Verlagsautoren im Selfpublishing – es ist nicht alles Gold was glänzt“
https://lilithvandoorn.wordpress.com/

Diese Session ergänzte die oben genannte noch zusätzlich.
Lilith van Doorn vermittelte in sehr strukutrierter Form die Vor- und Nachteile des Veröffentlichen im Verlag oder als Selfpublisher.
Hier relativierte sie auch mit der Vorstellung, dass Verlage die Autoren beim Vermarkten Ihres Buches unterstützen. Weiterhin wies sie daraufhin, dass die Rechte ggf. bis zu 10 Jahren beim Verlag verbleiben können. Man ist beim Verlag schon sehr gebunden und letzlich das kleinste Glied in der Kette. Im Selfpublishing hat man eine große Selbstverantwortung, was Vorteile bringt, allerdings muss man dies auch wollen und umsetzen können.

Meine letzte Session an diesem Tag war

Psychische und Physische Autorengesundheit
von Bordsteinprosa http://bordsteinprosa.blogspot.de/ , Julia https://juliaschreibtblog.wordpress.com/ und Babsi https://thebluesirenblog.wordpress.com/

In einer netten persönlichen Runde ( Literaturmenschen sind so nett:)) gab es Erfahrungen, Tipps und Übungen wie man beim Schreiben psychisch und physisch fit bleibt und sich auch bei negativen Erfahrungen nicht “ verliert“.
Die Session ist zusammengefasst nachzulesen unter
http://bordsteinprosa.blogspot.de/2017/06/zusammenfassung-unserer-litcamp-session.html

Diese Session war für mich ein perfekter Abschluss vom Litcamp17 in Heidelberg.
Berührt von einer Atmosphäre von Offenheit und Toleranz gepaart mit Inspiration und vielen Informationen machte ich mich auf den Heimweg.

Vielen Dank an Susanne Kasper ( @literaturschock), Dirk Welz ( @dirkwelz), Nathan Mattes ( @zeitschlag), Kati Fränzel @Catchkati) und Nils PAwlik (@fripi) für die tolle Organisation;
an die Initiative „Fairer Buchmarkt“, GLS Bank, BoD, Dr.Hamman Verlag, Tolino Media, NetGalley, für die Unterstützung solcher Veranstaltungen und
danke für das tolle Essen an die Küchenfee ( @kuechenfee_V)

Jetzt schau ich mir erstmal alles Sessions, die zeitgleich liefen und die ich nicht besuche konnte, auf youtube #litcamp17 an, um das Campgefühl bei zu behalten!

Freu mich schon auf nächste Jahr!

 

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