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“Rendezvous mit einem Oktopus” von Sy Montgomery [ Rezension]

coverbild rendezvous mit einem Oktopus

 

Rendezvous mit einem Oktopus

Von Sy Montgomery ( übersetzt von Heide Sommer)

Erschienen im Mare Verlag ( 29.08.2017)

Umfasst 336 Seiten

-vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen-

*unbezahlte Werbung, da Rezensionsexemeplar*

 

 

Dieses Buch mit seinem wunderschönen Cover ist mir immer wieder „begegnet“ und ich war mir erst gar nicht sicher, ob es ein Thema beinhaltet, dass mich interessiert.

Tollerweise habe ich es vom Mareverlag als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür!

 

Klappentext:

Er ist der heimliche Star der Meere: der Oktopus. Mit acht Armen und drei herzen verfügt das Ausnahmetier über körperliche Superkräfte- vor allem aber ist es schlau. Kraken können lernen. Tricksen, spielen, und wenn sie etwas nicht können, ist es : Langeweile aushalten. Mit Witz, Sachkenntnis und Empathie erzählt Sy Montgomery von ihren Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Tieren und nimmt den Leser mit auf eine unvergessliche Reise.


So hat es mir gefallen:

Ich hatte ja anfangs die Befürchtung, dass das Buch zu „wissenschaftlich“ wäre und vielleicht langweilig zu lesen sei. Dies wurde direkt mit den ersten Seiten widerlegt.

Sy Montgomery beschreibt ihre erste Begegnung mit einem Kraken im New England Aquarium in Boston und wie sie diese Tiere näher kennenlernt. Der Leser erfährt dabei immer wieder viele interessant Fakten und Details, so dass man manchmal fast den Eindruck hat, eine Dokumentation zu sehen. Die Faszination, die Sy an diesen Tieren empfindet und die u.a. dazu führt, dass sie wöchentlich eine längere Anreise zu diesem Aquarium in Kauf nimmt, ist phantastisch. Es macht einfach Spass jemand dabei zu begleiten, der für ein Thema „brennt“.

Sy Montgomery ist eine erfahrene und ausgezeichnete Naturforscherin und folglich kommen auch immer wieder andere Tiere oder Fische ins Spiel und man erhält Informationen über viele andere Arten. Teilweise habe ich bestimmte Fische erst einmal gegoogelt, da ich gar nicht wusste wie diese aussehen oder dass sie überhaupt existieren.Ihr Blickwinkel auf die Tiere geht aber weit über die reine ” Forschungstätigkeit” hinaus, sie lässt sich von diesen teils ” fremdartigen” Lebewesen auf einer tieferen Ebene berühren.

Beeindruckend in mehreren Aspekten…

Mich hat an diesem Buch wirklich beeindruckt hat, dass es an keiner Stelle langweilig oder zäh ist und es immer wieder spannende und neue Aspekte beinhaltet.

Parallel zu ihrer Begegnung mit den Kraken, beschreibt sie auch die daraus resultierenden Begegnungen mit den Menschen, die im Aquarium arbeiten. Man erfährt einiges über die persönlichen Hintergründe einzelner und es ist wunderbar zu sehen, wie Menschen unterschiedlichster Herkunft, Alter oder Möglichkeiten eine Gemeinschaft bilden, die aus der Liebe und Fürsorge für die Tiere resultiert.

Natürlich ist es hochinteressant so viele Details über die Oktopoden zu erfahren und ein Ahnung davon zu erhalten, wie intelligent diese Wesen sind. Nicht umsonst werden sie manchmal mit Außerirdischen verglichen. Es ist schwierig einen Kraken zu sehen und sich dann nicht von seiner Faszination berühren zu lassen. Abgesehen von unterschiedlichen Charakteren der Kraken, die ja auch bei Haustieren zu beobachten sind, scheint es, dass diese Tiere noch einen tieferen „ unbewussten“ Aspekt im menschlichen Sein ansprechen können.

Ich stelle bei der Lektüre fest, wie wenig Wissen ich über diese Tiere oder auch andere Fischarten habe un gleichzeitig, wie faszinierend diese neuen Erkenntnisse sind.

Wieder stelle ich fest, wie wenig der Lebensraum Meer bisher überhaupt erforscht ist und wie wenig Empathie und Intelligenz man den einzelnen Meeresbewohnern zuspricht.

Mehr als ein Sachbuch…

„Rendezvous mit einem Oktopus“ geht für mich weit über ein wissenschaftliches Buch hinaus. Es beschreibt viele spirituellen Themen ohne, dass es bemüht oder gewollt wirkt. Es hat einen ganz eigenen „Geist“ der mich beim Lesen berührt hat und vielleicht tatsächlich ein größeres Verständnis von Verbundenheit zu Natur, Tier und Mensch erzeugt.

So beschreibt die Autorin, die durch die Liebe zu den Tintenfischen noch spät anfängt das Tauchen zu lernen, ihre Erfahrungen beim Tauchgang so:

„Beim Eintauchen ins Meer baden wir in Gnade und Energie wie wir sie an der Luft nicht erleben. Unter die Wasseroberfläche zu tauchen, fühlt sich an wie das Eintauchen in das weite, träumende Unterbewusstsein der Erde. Es macht zugleich demütig und frei, wenn wir und dem Wasser in all seiner Tiefe, seinen Strömungen und seinem Druck hingeben.“

Fazit:

Ich bin sehr froh dieses außergewöhnliche Buch gelesen zu haben. Es hat meinen Blick auf die Meeresbewohner und den Lebensraum Meer nochmal verändert. Ich bin zwar kein Taucher und kann auch nicht direkt von einer besonderen Liebe zu Fischen sprechen, letztlich kann ich aber diese Unterwasserwelt mit all ihren Geheimnissen und unerforschten Strukturen und ihre Faszination erkennen.

Es klingt vielleicht etwas platt, aber wenn ich nun im Supermarkt an der Fischtheke Tintenfische liegen sehe, sehe ich dies aus einem anderen Blickwinkel. ( Natürlich ist es mit Fleisch von Landtieren auch nicht anders). Letztlich hat es die Konsequenz wieder aufmerksamer zu werden und

Sy Montgomery trägt mit diesem Buch dazu bei, ein größeres „Allgemeinwissen“ über diese faszinierenden Tiere zu vermitteln. Das gelingt ihr auf eine besondere und leichte Art. Die Lektüre rüttelt wach, sich mehr und tiefer mit bestimmten Aspekten auseinander zu setzen und kann sicher  zu mehr Respekt gegenüber anderen Lebewesen beitragen.

Eine wunderbare Leseerfahrung!

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