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Sechs paar Schuhe von Maria & Thor Braavig


Buchtitel: Sechs paar Schuhe
Autor/in: Maria & Thor Braavig
Erschienen bei: Random House- Diana Verlag
Erscheinungsdatum: 16.09.2019
Seitenzahl: 340
Kurzbeschreibung/Klappentext: Wie weit müssen wir reisen, um die Heimat zu finden? Die Antwort auf diese Frage suchen Thor und Maria, indem sie mit ihren vier Kindern ein Jahr lang um die Welt ziehen. Sie sind auf der Suche nach dem Leben, das sie führen wollen. Auf der Suche nach einem Platz, wo sie bleiben können. Auf der Suche nach Freiheit und Frieden in ihren Herzen. Denn sie wollen auch ein Leben hinter sich lassen: Aufgewachsen in einer religiösen Kommune in Norwegen müssen Thor und Maria erst lernen, frei zu sein. Wie sagt man sich los von dem, was man so lange für die Wahrheit gehalten hat? Dieses Buch ist mehr als die Geschichte einer Reise. Es ist auch die Geschichte einer Vergangenheitsbewältigung – schonungslos offen, voller Wagemut, Zärtlichkeit und Abenteuer.


 

* vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*
Dankeschön an das Bloggerportal und den Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Die Buchmesse in Frankfurt steht kurz bevor und so kommt noch ein Buch auf meinen Nachttisch, dass genau das bedient, was ich gerne lese. Ein Reisebericht über ein Jahr “Auszeit”. Das besondere dabei ist allerdings, dass Thor und seine Frau Maria nicht alleine, sondern mit ihren vier Kindern gemeinsam das Abenteuer Reise um die Welt angehen.

Thor und Maria sind in Norwegen geboren und haben ihre Kindheit und Jugend dort in einer Art Sekte verbracht. In einer extrem “militanten” Glaubensgemeinschaft sind sie aufgewachsen und haben sich dort auch kennengelernt. Die extrem hohen moralischen Anforderungen der Glaubengemeinschaft führten unter anderem dazu, dass beide recht fürh geheiratet haben und dann als eine Art “Missionare” letztlich in Dortmund gelebt haben.

Wann haben wir uns eigentlich für diese Leben entschieden? Gibt es nicht etwas Sinnvolleres irgendwo da draußen? Wozu der ganze stress und die unzähligen Verpflichtungen? Wer hat festgelegt, dass das Leben so aussehen soll, und warum machen wir alle blind mit?

Aus einer Art “Resignation des Alltags” heraus, entsteht der Wunsch eine “Auszeit” zu nehmen, um genau diese Zeit dafür zu nutzen, mehr wahrzunehmen, die Kinder besser zu begleiten und das Leben und auch die eigene Vergangenheit zu analysieren.

Das Buch ist aus der Sichtweise von Thor geschrieben und changiert in den Kapiteln von den aktuellen Ereignissen zu Rückblicken in die Vergangenheit. Der Leser begleitet förmlich den Prozess der Ablösung von Thor und Maria von ihrer Vergangenheit und der Sekte. Das Mühsam alte Erfahrungs- und Lernmuster zu hinterfragen und zu verändern. Hierbei fand ich die Offenheit und das Reflektionsvermögen von Thor sehr angenehm. Ich bin kein religiöser Mensch und habe insbesondere mit besonderen “kirchlichen Vorgaben” so meine Probleme, allerdings wird man auch angeregt die eigene “Prägungsgeschichte” zu hinterfragen. Es Bedarf nicht unbedingt einer Sekte, sondern die Moral, Ethik und Sichtweisen, die man selbst als Kind von Eltern, Familie und Umfeld mitbekommen hat, sollten grundsätzlich hinterfragt werden. Nur dadurch kann man, meines Erachtens nach, ein selbstbestimmtes Leben führen.

Die Fragestellung nach der eigenen Heimat wird hier selbstverständlich auch laut. Wie soll das zukünftige Leben aussehen? Gerade mit vier Kindern ist es ja nicht unbedingt möglich einfach mal in den Tag hineinzuleben. Kritisch zu hinterfragen, was man für ein glückliches Leben bzw. für sich als Familieneinheit wirklich braucht, ist der Familie Braavig mit ihrer Reise gut gelungen. Ich mochte auch, dass erzählt wurde was nicht gut funktioniert hat oder wo man über die eignen Vorurteile gestolpert ist. Das machte das Buch sehr lesenswert und authentisch.

“Sechs paar Schuhe” ist vielmehr als ein “Reiseroman”. Es ist die Außereinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens:

Wo kommt man her? und

Wo will man hin?

Es ruft zum Innehalten auf, weniger dem “allgemeinem Anschaffungsstress” hinterher zu rennen, vielmehr in sich nach zu hören, was man eigentlich tatsächlich vom Leben erwartet. Dabei handelt es sich um einen immerwährenden Prozess.

Ich finde es großartig, dass Maria und Thor es über die Reise und das Buch, geschafft haben Ihre eigene Berufung zu finden und mit einer Familie, die sie unterwegs kennengelernt haben, einen Film zu produzieren.

 

 

 

Für alle die auch gerne Reise- und Abenteuerberichte lesen und verfolgen, habe ich noch die tollen Websites von Johannes Klaus entdeckt. Er betreibt die Reisebloggerplattform “Reisedepeschen” und nun auch “The Travel Episodes” – Fernweh garantiert!

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