“Shining” von Stephen King [Rezension]

“Shining” von Stephen King [Rezension]

Im September musste ich bei der #ReisedurchdieGenres von gerngelesen leider aussetzen.

Das Genre „Historischer Roman“ und ich sind irgendwie nicht kompatibel.

Im Halloween-Monat Oktober war ich aber wieder bereit mich dem Gerne „ Horror“ zu stellen.

Hierzu muss ich allerdings sagen, dass ich überhaupt kein Horrorfan bin, sondern eher ein echter Angsthase. Aus diesem Grund gestaltete sich die Auswahl hier schwer. Wenn es zu gruselig ist, wird das bei mir nichts. Deshalb habe ich mich letztlich für eine Art „Klassiker“ entschieden „Shining“ von Stephen King.

In meiner Jugend habe ich einige Stephen King Bücher gelesen, ob Shining dabei war, kann ich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern. Aber die Verfilmung von Stanley Kubrick mit einem großartigen Jack Nicholson, habe ich umso mehr noch im Kopf.

Ich habe mich jetzt für die Hörbuchversion von „Shining“ entschieden. Gelesen von Dietmar Wunder, der es schafft das Buch annähernd hörspielartig zu lesen und eine ganz eigene Atmosphäre schafft.


“Shining”

von StephenKing

erschienen bei Bastei Lübbe

umfasst 624 Seiten

Ersterscheinung: 30.04.1985

Wurde 1977 durch Doubleday-Verlag in Amerika veröffentlicht und 1980 durch Bastei Lübbe in Deutschland.

* vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Klappentext:

Ein Hotel in den Bergen von Colorado. Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psycho-Problemen, bekommt den Job als Hausmeister, um den er sich beworben hat. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er in den letzten Tagen des Herbstes an. Das Hotel “Overlook” ist ein verrufener Ort. Wer sich ihm ausliefert, verfällt ihm, wird zum ausführenden Organ aller bösen Träume und Wünsche, die sich in ihm manifestieren.

Mit Shining gelang Stephen King ein moderner Klassiker des Grauens, ein Buch, das die Ängste unserer Zeit erfasst und jeden Leser in seinen emotionalen Grundfesten erschüttert.


So hat es mir gefallen:

Es war interessant ein Buch zu hören, das man vor Jahren bereits als Film gesehen hat. Bruchstücke des Films und grobe Handlungsstränge sind noch im Gedächtnis .Das Buch hingegen erzählt gründlich und umfassend, was dem „reduzierten Horror“ des Films eine deutlich tiefere Dimension gibt.

Der Leser lernt die Familie Torrance kennen und wird mitgenommen in die Untiefen der Familiendynamik und den Problematiken denen sie im Alltag ausgeliefert sind. Der Vater Jack Torrence hat ein Alkoholproblem, das ihn seinen Job als Lehrer kostet. Damit zieht er die Familie in eine Armutsspirale. Der kleine Sohn Danny liebt seine Eltern, obwohl er bereits einem Gewaltexzess seines Vaters ausgesetzt war und hat „das zweite Gesicht“. Er ist in der Lage Gedanken zu lesen und mittels eines imaginären Freundes in die Zukunft zu sehen. Gleichzeitig lebt er in dem Spannungsfeld, seine Eltern nicht zu verunsichern und hofft auf Normalität.

Die Mutter Wendy liebt ihren Sohn und auch ihren Mann, ist allerdings unsicher aufgrund der eigenen schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter und wünscht sich eine heile Familie.

Auf dieser Grundlage bekommt Jack die Möglichkeit über die Wintermonate im Hotel „Overlook“ einen Hausmeisterjob zu übernehmen. Es ist praktisch die letzte Chance, die sich ihm und der Familie bietet, um wieder ein neues Leben zu beginnen. Der Umzug in die Berge Colorados ist also mit großen Hoffnungen verbunden, obwohl klar ist, dass sobald die ersten Schneefälle einsetzen, das „Overlook“ komplett von der Außenwelt abgeschnitten sein wird.

Der Horror beginnt…

Nach und nach beginnt der Horror. Durch die Vorhersehung Dannys bekommt man vorab schon eine Ahnung, was passieren könnte. Natürlich hofft man instinktiv, dass es nicht eintritt. Je mehr Schnee fällt, desto mehr verliert Jack die Kontrolle. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und den Geschehnissen in Jacks Kopf. Man könnte es als Psychose interpretieren oder sind es doch die alten Geister der früheren illustren Gäste des „Overlooks“?

Dietmar Wunder gelingt es unglaublich dieses „Kopfwirrwarr“ durch seine Stimmgewalt herauszuarbeiten.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, wird die Familie den Winter im Hotel überleben?

Das Overlook-Hotel übernimmt in der Geschichte immer mehr die Position eines eigenen Charakters mit Eigenschaften und Einflüssen, denen die Bewohner ausgesetzt sind. Ein Kessel im Keller, dessen Druck permanent überprüft werden muss, steht stellevertretend für den emotionalen inneren Druck der handelnden Personen. Gerade der letzte Teil ist dann nichts für schwache Nerven, zumindest nicht für meine, denn die Gewalt und übersinnliche Phänomene übernehmen die Führung.

Fazit:

Es war für mich das perfekte Hörbuch zum Thema „Horror“. Gegruselt habe ich mich genug. Vor allem der subtile Horror King´s macht die Geschichte noch glaubwürdiger. Der Horror der entsteht, indem man nachvollziehen kann, dass diese psychische Belastung eigentlich jedem passieren kann und unter bestimmten Bedingungen alles außer Kontrolle geraten kann. Ich empfand es als realistischer, als eine Geschichte mit Werwölfen oder Vampiren. Durch die grandiose Leseleitung lohnt sich hier das Hörbuch unbedingt.

Interessante Zusatzinformationen:

Da sich die Verfilmung kaum mit der Vorgeschichte im Roman beschäftigt, erhält man als Leser einen anderen Einblick in die Psyche der handelnden Figuren. Der Schrecken baut sich viel mehr auf der vermeintlichen Normalität auf. Man ahnt als Leser früh, dass das ganze „nicht gut endet“ hat aber auf Grund des phantastischen Spannungsaufbaus nicht die Möglichkeit „auszusteigen“.

Stanley Kubrick hat „The Shining“ 1980, basierend auf Kings´ Geschichte aus 1977, verfilmt. Es heißt, dass King nicht so einverstanden war, mit der Umsetzung durch Kubrick. Da Letzterer aber alle Rechte besaß, waren King die Hände gebunden.

„The Shining“ ist einer der meistsezierten Filme. Nur Abraham Zapruders 26-Sekunden-Amateurfilm von der Ermordung John F. Kennedys ist ähnlich obsessiv unters Mikroskop gelegt worden (Quelle: Welt)

Es gibt sogar eine interessante Dokumentation von Rodney Ascher „Room 237“, die die Verfilmung in einem nochmal anderen Kontext betrachtet und wirklich spannend ist.

 

 

Loading Likes...
Folge:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere