“ Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky – [ Rezension]

Dieses Buch ist mir von verschiedenen Seiten auf den sozialen Medien begegnet und die allgemeine Begeisterung hat mich neugierig gemacht.

Die Tatsache, dass ich in der geographischen Nähe des Handlungsortes lebe, die Geschichte spielt im Westerwald (die Buchhändlerin preist es als lokalen Titel an), war ebenfalls ein Kaufaspekt.

Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky ist am 18.07.2017 im Dumont Verlag erschienen und umfasst 316 Seiten.

Zum Inhalt:

In einem Dorf im Westerwald stirbt immer jemand, wenn Selma nachts von einem Okapi träumt. Das bringt das Dorf natürlich in große Aufruhr, da man nie vorab weiss, wen es treffen könnte. Neben Selmas “ seherischen Fähigkeiten“ gibt es noch einen Optiker, der seine Liebe für Sie versteckt und die Enkelin Luise, die sich in einen Mönch verliebt.

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, dass es mir wirklich schwer fällt über dieses Buch zu berichten.

Mit großen Vorschusslorbeeren, habe ich angefangen zu lesen und war auch sofort gefangen in der Geschichte und dem großartigen Schreibstil von Mariana Leky.

“ Hier war ich, obwohl ich fast überhaupt nicht sehen konnte, mitten im Hier und Jetzt, wie sonst im Wenn und Aber, und ich nahm Fredericks Hand, und dann krachte es sehr laut, und ich war sicher, dass das ein Band war, ein Band, das von meinem Herzen sprang, aber es war der Hubkolben.“

Nach dem ersten, recht dramatischen Drittel, musste ich allerdings kämpfen, um überhaupt weiterzulesen. Ich kann gar nicht so genau sagen woran das lag, die Geschichte schleppte sich etwas. Die Figuren “ Selma, der Optiker, Marlies etc.“ waren mir anfangs zu abstrakt, zu distanziert.

Letztlich hat es mich ab der Hälfte wieder gepackt und ich habe es an einem Abend beendet.

Zum Schluss hat es mich auch emotional gut durchgeschüttelt.

Es ist interessant über ein Buch zu berichten, dass mich doch so ambivalent zurück lässt.

Möglicherweise lag es an dem für meinen Geschmack, zu exzentrischen Charakteren, die eine Identifikation erschwert haben.

Die Geschichte und Begebenheiten waren mir tendenziell auch zu absurd erzählt.

Die eigentliche Entwicklung der Menschen dieses Dorfes ist ganz wunderbar und wird durch die vielen Absurditäten abgeschwächt.

Eine tiefere Emotion wurde bei mir erst zum Ende hin ausgelöst und da wäre ich fast gar nicht hingekommen, das wäre dann doch bedauernswert gewesen.

“ Und dann hört man nur noch das Rauschen, das entsteht, wenn so ein Satz an einem Ort gesagt wird, der sehr weit weg ist von dem Ort, an dem er gehört werden muss.“

Freundschaft, Tod, Liebe, Gewohnheit, Verlässlichkeit, Mut, Beständigkeit, Heimat, Wagnis und Fernweh- all diese großen Themen sind in diesem Buch enthalten und in außergewöhnlicher Form angesprochen. Bei mir musste es erst ein wenig “ nachwirken“, um entscheiden zu können, dass ich das Buch mag.

Mir wäre stellenweise “ weniger mehr gewesen“, trotzdem ist der besondere Schreibstil von Marianna Leky ganz wunderbar und allein dies macht das Buch sehr lesenswert!

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