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“Wanderlust mit Mister Parkinson” von Pamela Spitz

Was passiert, wenn man mitten im Leben steht und plötzlich eine Diagnose erhält, die alles auf den Kopf stellt?

ie schafft man es damit weiterzuleben bzw. noch an seine Träume und Wünsche zu glauben und ihnen nachzugehen?


“Wanderlust mit Mister Parkinson” von Pamela Spitz

erschienen am 19.08.2021 bei Kiepenheuer & Witsch

umfasst 288 Seiten

*vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Herzlichen Dank an Kiepenheuer & Witsch und Netgalley für die Bereitstellung des Leseexemplars!


Klappentext:

Wie umgehen mit der Nachricht, dass das eigene Leben kürzer sein wird als gedacht? Ehrlich und humorvoll erzählt die Fotojournalistin, Globetrotterin und Wanderliebhaberin Pamela Spitz von ihrem Leben mit Parkinson, nimmt uns mit auf ihre zahlreichen Reisen rund um den Globus – und steckt uns an mit ihrem Optimismus und ihrer Lebensfreude. Pamela Spitz ist Anfang Vierzig und gerade glücklich geschieden, als sie erfährt, dass sie Morbus Parkinson hat, eine unheilbare, langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Anfangs stürzt sie sich in das Klubleben Berlins, atemlos und exzessiv, doch schnell merkt sie, dass sie sich ab jetzt nur noch auf die Dinge konzentrieren sollte, die sie wirklich glücklich machen: auf das Reisen und das Schreiben. Und dass sie nur noch das tun sollte, was sie schon immer tun wollte. Unter dem Motto: Noch zehn gute Jahre, dann ist eh Schluss …


So hat es mir gefallen:

Pamela Spitz hat sich gerade von Ihrem Mann getrennt und beginnt sich im neuen Single Leben wohl zu fühlen. Dazu gehören Partynächte, Reisen und eine WG in Berlin. Sie geniesst ihre Unabhängigkeit. Da erhält sie die Diagnose „Parkinson“. Das ist natürlich ein Schock, doch Pamela beginnt sich mit der Diagnose intensiv auseinander zu setzen. Sie sucht Kontakt zu anderen in ihrer Altersstufe, die ebenfalls betroffen sind und entscheidet sich dafür, sich „nicht unterkriegen zu lassen“. Sie beginnt wieder zu wandern. Eine persönliche Leidenschaft, die sie schon viele Jahre begleitet, die etwas aus den Augen verloren wurde und die sie nun wieder für sich entdeckt. Mit sich alleine und nur dem Nötigsten, beginnt sie eine Wanderung durch Portugal und stell fest, wie gut es ihr tut mit sich in der Natur zu sein. 

Wer hier ein Buch erwartet, dass detailliert auf das Krankheitsbild „Parkinson“ eingeht, kommt hier nicht zum Zug. Vielmehr ist es die persönliche Erfahrung von Pamela Spitz und ihr Weg sich mit dem eigenen Leben und mit der Diagnose auseinanderzusetzen.

Die Diagnose steht nicht im Vordergrund, sondern vielmehr die eigenen Erwartungen an das Leben, wenn die Zeit „begrenzter“ wird.

Pamela reflektiert sie zwar häufig die Diagnose Parkinson und überlegt, wie lange bestimmte Dinge wie Surfen oder Radfahren wohl noch möglich sind, gleichzeitig lässt sie sich aber nicht davon einschüchtern, sondern geht beständig ihren Weg. Sie beginnt immer mehr auf ihre innere Stimme und ihren Körper zu hören und herauszufinden, was sie persönlich braucht und was ihr gut tut. Unter anderem macht sie eine Ayurveda Kur in Indien und merkt, wie bspw. Eine bestimmte Form der Ernährung ihr körperlich weiterhilft. Schön ist hier, dass nun kein Dogma in irgendeine Richtung vermittelt wird, sondern sie auch darüber erzählt, wie sie kurzzeitig den gefunden „Weg“ wieder verliert. Das macht das Buch sehr authentisch.

Vor dem Hintergrund ihrer Diagnose reflektiert sie auch ihre Vergangenheit. Unter anderem wächst sie auf Formentera auf und hat dort mit ihren Schwestern eine sehr freie Kindheit, die sie stark geprägt hat. 

Pamela Spitz betrachtet die Lebensmodelle um sich herum und ihr gelingt es immer näher an ihr eigenes „Wunschmodell“ zu gelangen. Sie setzt sich mit Religionen auseinander, versucht Dinge zu lernen, die sie schon lange auf dem Zettel hat und geht ihren Wünschen und Bedürfnissen nach.

Fazit:

„Wanderlust mit Mister Parkinson“ ist ein authentisches und sehr persönliches Buch. Es ermutigt jeden sich mit dem eigenen Leben auseinander zu setzten und nicht auf irgendetwas zu warten. Manchmal ist es eine Diagnose, die das Leben auf den Kopf stellt, aber eigentlich sollte man sich unabhängig davon grundsätzlich Gedanken darüber machen, was man in seinem Leben möchte. Dazu gibt diese Buch einen tollen Anstoß. Ich wünsche Pamela Spitz, dass sie sich noch lange ihren Mut bewahrt und ihre Neugier nachgehen kann. Es war mit ein Lesevergnügen!

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