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“Das letzte Bild” von Anja Jonuleit

Vor ca. zwei Jahren habe ich den BBC-Podcast Death in Ice Valley gehört. In den 70er Jahren wurde ein tote Frau in Norwegen gefunden, deren Identität bis zum heutigen Tag nicht geklärt war. Der Podcast recherchiert und spricht mit noch lebenden Zeugen vor Ort. ( Eine echte Hörempfehlung)

Dieser Podcast war auch ein Auslöser für Anja Jonuleit “Das letzte Bild” zu schreiben.


“Das letzte Bild” von Anja Jonuleit

erschienen am 20.08.2021 im dtv-Verlag

umfasst 480 Seiten

*vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Herzlichen Dank an dtv und Netgalley für die Bereitstellung des Leseexemplars!


Klappentext:

Als die Schriftstellerin Eva zufällig auf ein Phantombild in einer Zeitung stößt, gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen. Es ist das Bild einer Frau, die im November 1970 im norwegischen Bergen gewaltsam zu Tode gekommen ist und deren Identität nie aufgedeckt wurde. Doch warum sieht diese Frau ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich? Als Eva die Mutter mit ihrer Entdeckung konfrontiert, weiß sie sofort, dass sie auf ein dunkles Familiengeheimnis gestoßen ist, dem sie auf den Grund gehen muss. Eine Reise nach Norwegen führt Eva Schritt für Schritt in die Vergangenheit einer Fremden voller Rätsel …


So hat es mir gefallen:

Bereits die ersten Sätze haben mich in die Geschichte gezogen. Eva, die Hauptfigur mochte ich sehr. Sie ist eine Frau, die mit Dingen hadert und kämpft, gleichzeitig mutig und ängstlich und ein wirklich authentischer Charakter ist.

Per Zufalle entdeckt sie beim Bäcker auf dem Titelblatt der ausliegenden Zeitung ein Phantombild , dass ihrer Mutter und auch ihr ähnelt. Sie begibt sich auf die Suche, wer diese Frau war und was sie mit ihr und ihrer Familie zu tun hat. Es stellt sich heraus, dass ihre Mutter seit Kindertagen ein großes Familiengeheimnis trägt und es bisher erfolgreich verdrängt hat. Durch die Fragen und die Suche von Eva wirbelt alles durcheinander.

Eva reist nach Norwegen, um weiter zu recherchieren und herauszufinden, was diese Tote mit ihrer Familie zu tun hat und natürlich auch, warum sie ermordet wurde. Sie trifft auf das dunkelste Kapitel der deutschen und auch der norwegischen Geschichte. Die Leser erhalten Informationen zur NS-Zeit in Norwegen und Deutschland, Informationen zu den sogenannten “Lebensbornheimen”, die gut recherchiert und ein Teil der schrecklichen Historie sind.

Paralell zu Eva´s Recherche wird die Geschichte der “Toten” erzählt. So erhält der/ die LeserIn die Informationen aus zwei Zeitsträngen, was den Roman richtig spannend macht. Ich mochte diese Erzählweise, da aus den zwei Perspektiven und den zwei Zeithorizonten sich ein Gesamtbild ergibt und die unterschiedlichen Emotionen der Protagonistinnen toll herausgearbeitet sind.

Bei “Das letzte Bild” handelt es sich um einen Roman, der auch als Krimi toll funktioniert und bis zur letzten Seite spannend und emotional ist. Obwohl ich o.g. Podcats kannte und mir somit vorab bereits die Geschichte um den Tod der Frau in Norwegen bekannt war, war die Spannung im Roman immer vorhanden.

Fazit:

Anja Jonuleit ist ein großartiger Roman gelungen, der Anteile aus gut recherchierter Realtiät und Fiktion gekonnt mischt. Glaubwürdige Figuren und viele historische Informationen, die spannend und aufwühlend erzählt werden.

Eine klare Leseempfehlung!

Wer mal in den Podcast reinhören will….

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