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“Der perfekte Kreis” von Benjamin Myers

goldener Kreis auf türkisem Grund

Eines meiner absoluten Lieblingbücher ist Offene See“ von Benjamin Myers. Nun ist sein neuer Roman erschienen…


Der perfekte Kreis” von Benjamin Myers

erschienen am 17.09.2021 im Dumontverlag

umfasst 224 Seiten

*vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Herzlichen Dank an den Dumontverlag und Netgalley für die Bereitstellung des Leseexemplars!


Klappentext:

Redbone und Calvert kennen sich seit Langem. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten und einander wenig von ihrem früheren Leben erzählen, fühlen sie von Anfang an eine starke Verbundenheit. Zwischen den beiden Männern entsteht über die Jahre eine ungewöhnliche Freundschaft. Hinter ihnen liegen Zeiten der Rastlosigkeit und tiefen Einsamkeit, bestimmt von traumatischen Erlebnissen. Eher zufällig entsteht in ihnen die Idee der Kornkreise. Während sie hoffen, dass sie in diesem Sommer den perfekten Kreis erschaffen können, kommen sie ihrem Land und seinen Bewohnern, ihren eigenen Träumen näher, erleben sie sowohl ernüchternde als auch traumgleiche Begegnungen. Geprägt von demselben Freiheitsdrang und derselben Abneigung gegen jegliche Obrigkeit, entstehen in ihnen ein tiefer Respekt für ihre Umwelt und der Wunsch, die beengende Realität des Alltags hinter sich lassen zu können. Gelingt der perfekte Kornkreis, dann kann ihnen auch alles andere gelingen.

So hat es mir gefallen:

Der perfekte Kreis ist für mich ein sehr „männliches“ Buch. Das liegt sicher an den zwei Protagonisten, die mir wenig Identifikationsfläche bieten.

Calvert und Redbone kreieren im Sommer 1989 unbemerkt Kornkreise in den Feldern Englands. Ihre Mission ist perfekt geplant, einer kreiert das Design und der andere sucht und plant das Feld, wo es umgesetzt werden kann. So machen sich die beiden, tendenziell gesellschaftliche Außenseiter daran immer neue und noch komplexere Formen zu gestalten.

Calvert ist ein Kriegsveteran, der aber kaum über seine Erlebnisse spricht.  Redbone ist unsicher u.a. darüber was seine sexuelle Orientierung ist. Beide sind geprägt von einem militärischen Mannbild. Lediglich über die Kornkreise können sie ihre “zarte” Seite, ihrer Kreativität und der Kunst Raum geben. Sie haben in ihrer „Arbeit“ einen Ausdruck gefunden mit dem Leben zurecht zu kommen. Sie erfahren durch die Kronkreise eine Art “Heilung” in ihrem Leben.

„Heute Nacht offenbart das flach getretene Getreide die Manifestation zweier Seelen, die das was sie sich vorzustellen wagen, in die Tat umsetzten. Ihre Disziplin bliebt unerschütterlich und ihre Motivation durch und durch rein.“

Anfangs habe ich mich mit diesem Buch schwer getan, trotzdem packt es einen direkt und man möchte wissen “worauf die Geschichte hinausläuft”. Es ist auch hier Benjamin Myers wunderbar gelungen eine Sprache zu wählen, die einfach zeitlos und phantastisch ist. Er kann mit ein paar vermeintlich einfachen Sätzen so viel ausdrücken und eine Tiefe erzeugen. Das hat mich auch bei “Offene See” begeistert und ist hier wieder gelungen.

Großartig, wie unter anderem Themen wie Traumabewältigung, Klimaschutz und Spiritualität mal so eben zwischen den Zeilen herausblitzen und dem Roman eine enorme Tiefe geben.

Fazit:

Ein schmales Buch mit enormen Inhalt in einer großartigen Sprache. Wieder ein Roman, der das Potential hat mehrfach gelesen zu werden! Ein Roman, der absolut zeitlos ist.

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