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Hörbuchempfehlungen für die Ferien!

Hörbuchempfehlungen für den strand

Der Sommer ist schon fast da und zumindest bei uns in Hessen, sind es nur noch wenige Schultage bis die Sommerferien beginnen. Etwas “antizyklisch” habe ich drei wunderbare Hörbücher gehört, die ich Euch für Eure Ferienplanung ans Herz legen möchte.

Es gibt doch nichts besseres als am Pool oder Strand zu liegen mit einem schönen Hörbuch auf den Ohren. Ist ja auch praktischer, als mit Sonnencremefingern die Seiten umblättern zu müssen und durch die Sonne nicht gut lesen zu können ;).

Buchcover von Petra_Hülsmann

“Meistens kommt es ander, wenn man denkt” von Petra Hülsmann

Klappentext:

So’n Herz hält ganz schön viel aus. Das ist zäh. -Nele hat von der Liebe die Nase gestrichen voll. Ihr neuer Job bei einer angesagten Hamburger PR-Agentur soll ab jetzt an erster Stelle stehen. Inhaber Claas betraut sie mit der Imagekampagne für den Politiker Rüdiger Hofmann-Klasing, dessen Umfragewerte tief im Keller sind – aus gutem Grund, wie sie bald herausfindet. Darüber hinaus beschließt ihr kleiner Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ausgerechnet Nele soll ihn im Kampf mit den besorgten Eltern unterstützen, dabei ist sie doch insgeheim die größte Glucke von allen. Um das Chaos perfekt zu machen, stellt Nele fest, dass Claas mehr als nur ein netter Chef für sie ist und dass er ihr Herz ganz schön zum Stolpern bringt. Aber soll sie sich von der Liebe etwa schon wieder einen Strich durch die Rechnung machen lassen?

Meine Empfehlung…

“Meistens kommt es anders, wenn man denkt” ist der erste Roman von Petra Hülsmann, den ich gehört/gelesen habe, und es wird sicher nicht mein letzter sein. Besonders gut gefallen hat mir die Balance, in der es der Autorin gelingt einerseits eine unterhalsame romantische Geschichte zu erzählen und gleichzeitig das Thema eines Menschen mit Down Syndrom zu integrieren. Und hier ist wirklich herauszustellen, dass ihr das gelingt, ohne “doofe” Clichées abzuarbeiten. Sie versteht es kleine Hinweise (immer ohne erhobenen Zeigefinger) in den Text einfliessen zu lassen, die zum Nachdenken anregen. Nele, die Protagonistin, ist sympathisch und findet im Laufe der Geschichte ihren eigenen Weg. Mir gefällt auch, dass die Geschichte getragen wird von Empathie und Verantwortungsbewusstsein ohne jemals überzogen oder bemüht zu wirken. Es braucht nich immer exaktierte Charaktere oder extreme Situationen. Nana Spier hat den Roman sehr angenehm eingelesen, es macht Spaß Ihrer Stimme zuzuhören.

Für mich ist “Meistens kommt es anders, wenn man denkt” eine tolle Entdeckung und eine absolute positive Überraschung!

Buchcover_MeikeWerkmeister“Sterne sieht man nur im Dunkeln” von Meike Werkmeister

Klappentext:

Eigentlich ist Anni glücklich. Mit ihrem Langzeitfreund Thies lebt sie in einem hübschen Bremer Häuschen, ihr Geld verdient sie als Game-Designerin und in ihrer Freizeit entwirft sie Poster- und Postkartenmotive. Doch dann will ihr Chef, dass sie das neue Büro in Berlin leitet. Und Thies will auf einmal heiraten. Nur Anni weiß nicht mehr, was sie will. Da meldet sich ihre Jugendfreundin Maria aus Norderney, und Anni beschließt spontan, eine Auszeit zu nehmen. 6 Wochen Sand und Wind, Sterne und Meer – einfach mal durchpusten lassen. Danach sieht sicher alles anders aus. Wie anders, das hätte Anni sich allerdings nicht träumen lassen …

Mit den Ohren an der Nordsee

Meike Werkmeisters Roman hat mich direkt über das wunderschone Cover und den tollen Titel erreicht. Anfangs hat mich Anni, die Hauptperson des Romans etwas genervt, da sie so extrem bemüht unabhängig sein wollte. Je mehr man aber über Annis Vergangenheit und ihre Beziehung zu ihrer Jugendfreundin Maria erfährt, desto besser wird der Roman. Die “Auszeit” auf Norderney erzeugt außerdem wunderbare Urlaubsmomente. Besonders gut haben mir die Nebenfiguren gefallen, insbesonders der schrullige Nachbar oder auch Marias Mutter.

Anna Carlsson liest das Buch ganz wunderbar. Letztlich das Ende ist mir etwas zu viel “Happy-Patchwork”, aber das ist natürlich Geschmackssache.

“Sterne sieht man nur im Dunkeln” ist auf alle Fälle eine tolle Urlaubslektüre!

Buchcover Dora Heldt

“Drei Frauen am See” von Dora Heldt

Klappentext:

Sie sind enge Freundinnen von Kindesbeinen an: Marie, Alexandra, Friederike und Jule. Egal, wohin ihre Lebenswege sie verschlagen hatten − einmal im Jahr trafen sie sich im wunderschönen »Haus am See«. Als Marie, die Seele der vier, mit Anfang fünfzig stirbt, trifft die Nachricht alle wie ein Schock. Denn seit ihrem Streit zehn Jahre zuvor hatten sie kaum noch Kontakt miteinander. Dann die Überraschung: eine Einladung der drei Freundinnen zum Notar. Die Vorstellung, sich wiederzusehen, erfüllt jede von ihnen mit Unbehagen. Entziehen können sie sich jedoch nicht. Was ist es, wovor sie sich fürchten? Und was ist es, das sie dazu bringt, trotzdem anzureisen?

Ich bin schon seit einigen Jahren ein großer Fan von Dora Heldt´s Büchern, so dass “Drei Frauen am See” natürlich direkt auf meine Wunschliste wanderte. Ich habe mich diesmal für das Hörbuch entschieden. In die Lesestimme von Annecke Kim Sarbnau musste ich mich etwas einhören, sie war mir anfangs etwas zu hektisch. Mir gefällt die Idee der Geschichte. Fünf Jugendfreundinnen, die sich aus den Augen verloren haben. Erst als Marie mir Anfang fünfizig stirbt werden die verbleibenden quasi per “Nachlass” gezwungen sich der Vergangenheit zu stellen.

Was wäre wenn…

Was passiert wenn man mit den Wünschen und Träuime der Vergangenheit konfrontiert wird? Ist man zu dem Menschen geworden, der man sein wollte? Wie kann es passieren, dass man sich, obwohl man einst so nah war, aus den Augen verliert? All diese Fragen werden in diesem Roman behandelt. Ich konnte mich gut in die Hauptpersonen einfühlen (wahrscheinlich auch altersbedingt). So ist doch das Alter zwischen 40 und 50 eine Zeit in der man schonmal Bilanz ziehen kann und gegebenenfalls “das Ruder nochmal rumreissen” kann. An diesem Roman überprüft man auch die eigenen Vergangenheit und fragt sich, was wohl gewesen wäre, wenn man in der Vergangenheit anders gehandlet hätte. Es zeigt auch auf, dass man nicht zu lange warten sollte, um Vergangenes zu bereinigen. Dora Heldt ist wieder ein toller Roman gelungen, der zum Nachdenken anregt.

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