” Die Farben des Lebens” von Lorraine Fouchet [ Rezension]

Lorraine Fouchet
” Die Farben des Lebens”
erschienen 2018 bei Hoffmann und Campe
umfasst 314 Seiten

 

Nachdem ich im letzten Jahr bereits ” Ein geschenkter Anfang” von Lorraine Fouchet gelesen hatte, habe ich mich sehr auf den neuen Roman ” Die Farben des Lebens” gefreut.

Danke an Hoffmann und Campe und den Atlantik Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Klappentext:

Kim reist von ihrer bretonischen Insel an die Côte d´Azur. Der Tod ihrer geliebten Großmutter hat sie aus der Bahn geworfen, er lässt sich nicht nur allein zurück, sondern stellt sie vor essentielle Fragen. Hat ihre Großmutter das Leben als alte Frau nicht mehr genießen können, hat es sich für sie nicht mehr gelohnt? Wie wird man alt, und wann ist man es tatsächlich? Als Kim die eigensinnige Gilonne kennenlernt, zeigt ihr die lebenslustige alte Dame, wie viele Gründe es gibt, das Leben zu genießen-ganz, egal, wir alt man ist: Erdnüsse, lackierte Zehennägel, das Meer und natürlich die Liebe…

So hat es mir gefallen:

Ein Roman, der in Frankreich spielt, von einer Autorin, die ich sehr mag- die Erwartungen waren hoch!

Zunächst liebe ich die Art wie Lorraine Fouchet schreibt.

Jedes Kapitel wird aus einer anderen Sichtweise oder Zeit geschrieben, das zieht den Leser direkt in die Geschichte. Nach und nach verbinden sich die Charaktere und Handlungsstränge und ergeben ein Gesamtbild.

Was auch ganz wunderbar ist, dass immer wieder Liedzeilen in den Text einfließen und am Ende des Buches eine Playlist zum Buch enthalten ist.

Kim, die Protagonistin ist eine starke Persönlichkeit. Man kann sich gut mit ihr identifizieren und begleitet sie auf der Suche nach dem ” Sinn des Lebens”. Kim wird ” Gesellschafterin” von Gillone, die in einem recht elitären Altersstift untergebracht ist. Sie nimmt Anteil an Gilonnes Geschichte und der Ihres Sohnes Cômes. Interessant ist dabei auch, dass Gillone nicht wirklich eine nette Person ist und auch im Rückblick auf ihr Leben, eher die negativen Anteile überwiegen und doch kann man sie auf eine sehr menschliche Weise sehen und empfindet stellenweise wirklich Sympathie.

Die Beschreibung des “Alterns” mit dem sich Kim bewusst konfrontiert, ist sehr ehrlich und doch charmant.

“Die nächste hat ihren Rock verkehrt herum an, man sieht das Etikett. Eine sechste mit schmalen Lippen flüstert fies hinter ihrem Rücken: ” Jetzt geht es endgültig bergab mit ihr, bald wird wieder eine Wohnung frei.”

Die Frage, wer der Sohn von Gilonne, der Kim eingestellt hat, wirklich ist, bringt zusätzlich ein spannendes Element in das Buch. Und erzählt hierbei noch einen parallelen Handlungsaspekt.

Anfangs fast irritierend, enthält der Roman verschiedene Kapitel geschrieben aus der Sicht von Dingen, wie bspw. eines Kühlschranks, einer Kaffeemaschine, eines Spiegels oder des Flures.

“Der Flur ist ein seltsamer Ort. Ein Niemandsland, eine Schleuse zwischen Leichtigkeit und Alter, zwischen Lachen und Pflicht… Der Flur ist der Ort, an dem man sich von der Last der Familie befreit oder unter der des Alters schwankt.”

Letztlich ist es ein tolles Stilelement, bei dem man fast ein Augenzwinkern der Autorin bemerkt.

Die Geschichten, die in dem Roman entstehen, um Kim, Gilonnes und ihr vergangenes Leben und die weiteren Personen, zeigen die viele Facetten des Lebens, die Verletzungen, die unerwiderten Lieben, die Bedrohungen und die Versöhnung mit dem eigenen Schicksal auf. Kein Lebensweg ist gradlinig, die Kunst ist es, die wichtigen Dinge wahrzunehmen und das Beste herauszuarbeiten.

Es ist ein Roman, der mir zu Herzen ging, versöhnlich und doch auch auf gewisse Weise eine gnadenloses Beschreibung der Schicksalsstränge in jedem Leben. Die Macht, die in jedem Einzelnen liegt, die Schönheit und den Wert des Lebens zu erkennen, bringt Hoffnung und ermutigt.

Das Leben über den aktuellen Alltag hinaus zu betrachten und in größeren Zusammenhängen zu sehen, wird hier mit schönen Worten vermittelt. Es ist ein sehr menschliches und versöhnliches Buch, dass mit der Beschreibung von Südfrankreich und der Insel Groix in der Bretagne zusätzlich noch eine wunderbare französischen Atmosphäre vermittelt.

Vielleicht ist noch hinzuzufügen, dass ich das Buch im Urlaub und auch auf einer Insel gelesen habe, was den Genuss der Lektüre noch verstärkt hat.

 

 

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3 Kommentare

  1. Juli 24, 2018 / 5:56 am

    Huhu 🙂
    das Buch klingt richtig toll! Ich schaue gerade ein bisschen nach sommerlichen Büchern und da scheint das Buch ja gut reinzupassen. Außerdem mag ich Frankreich! Ich war zwar noch nie an der côte d’Azur aber ich stelle es mir sehr schön vor.
    Liebe Grüße
    Lisa

    • Juli 24, 2018 / 10:16 am

      Liebe Lisa,
      das kann ich Dir wirklich empfehlen und auch die anderen Bücher von Lorrain Fouchet. Ich mag ihren Schreibstil sehr.
      Liebe Grüße
      Isabel

      • Juli 24, 2018 / 10:21 am

        Das klingt wirklich gut. Den Autor kenne ich gar nicht….da muss ich mal reinschauen 🙂

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