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“Die Morgenfinderin” von Karen Pelak

Buchcover die Morgenfinderin

Eine ganze Zeit lang folgen die Autorin und ich uns schon gegenseitig auf Instagram. Dem entsprechend tauchte die Morgenfinderin auch schon öfters in meiner Timeline auf. Warum ich das Buch nicht bereits früher gelesen habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Allerdings glaube ich, dass es für bestimmte Bücher/ Themen auch bestimmte persönliche Zeitfenster gibt, in die sie dann optimal hineinpassen. Diese Zeitfenster war nun gekommen.


Die Morgenfinderin von Karen Pelak

erschienen durch Karen Pelak (Nova MD) am 08.03.2019

umfasst 352 Seiten TW: Trauer/ Tod


Klappentext:

Als sich die dreißigjährige Maja in das Flugzeug von München nach Vancouver setzt, versucht sie erst mal zu verstehen, was sie fühlt. Hinter ihr liegt eine Zeit, die ihr Leben komplett umgekrempelt hat. Eigentlich steckt sie noch mittendrin. Wie eine Kreissäge bahnt sich die Wahrheit immer wieder gnadenlos den Weg in ihren Kopf: Juli ist tot. Ihre geliebte Schwester, ihre engste Gefährtin und Verbündete. Irgendwo auf dem Weg hat sich auch noch Frederik verabschiedet. Trotzdem kann und will Maja ihn nicht vergessen, zu sehr waren sie Teil voneinander gewesen. Und er? Es ist kompliziert. Gibt es überhaupt Anfang und Ende? Maja sucht und sehnt sich danach, zu finden. Und zwar möglichst weit weg von u Hause: in Kanada! Ein unvergesslicher Trip in ein neues Leben beginnt. Ein Obdachloser schenkt Maja einen unerwarteten Wegweiser, ein unverschämt attraktiver und unberechenbarer Mittzwanziger zieht sie in seinen Bann und auf einer Farm verbindet sie sich mit einem authentischen Leben fernab der Zivilisation. Bis ihr eines Tages Juli einen Besuch abstattet …


So hat es mir gefallen:

Von Anfang fesselte mich dieses Buch. Obwohl ich mit Themen rund um den Tod, gerade von jungen Menschen, recht schwer umgehen kann, zog mich die Geschichte von Maja in ihren Bann. Karen Pelak gelingt es durch die Sprache unglaublich gut die tiefsten Gefühle auszudrücken und die Verzweiflung und Trauer in Worte zu fassen. Völlig aus der Bahn geworfen, beschliesst Maja, nach dem Tos Ihrer Schwester, Abstand zu gewinnen und fliegt für ein paar Wochen nach Kanada. Sie lässt sich treiben und folgt ihrem Gefühl ohne einen wirklichen Reiseplan zu haben. Selbstverständlich wird sie auch dort immer wieder auf sich selbst und ihre Trauer zurückgeworfen.

Die Begegnungen in Kanada mit den unterschiedlichsten Menschen prägen ihren weiteren Weg und verhelfen ihr immer mehr zu einer Art Erkenntnis darüber, was das Leben tatsächlich ausmacht.

Ich mochte die Authenzität der Geschichte, denn Maja ist nicht einfach in einem anderen Land und bekommt dadurch ein neues Wissen, vielmehr probiert sie sich aus, wird wieder auf sich zurück geworfen und auch mit „dunklen Seiten“ konfrontiert. Sie begreift letztlich, dass die Suche nie ein Ende hat, es allerdings einige Möglichkeiten gibt, das Leben in seiner Komplexität zu begreifen.

„Es musste doch einen Weg geben, die Dinge in ein urpersönlicheres Bestmögliches zu verwandeln, wenn man schon wusste, dass die Zeiger nie stehen blieben! Aber es gab so viel Unverständliches , so viel Trauriges, so viel Scheiß….Mein Gott die längste Reise, die ich je machen würde , war die von meinem Kopf in mein Herz.“

“Moderne Spiritualität”

„Die Morgenfinderin“ ist für mich ein Buch, dass viel Spiritualität in einer „modernen“ Form beinhaltet. Es enthält keine belehrenden Sätze, sondern beschreibt viel mehr die Suche eines Einzelnen nach Antworten. Die ganzen persönlichen Antworten bekommt Maja in dieser Geschichte und doch bleibt vieles offen und ist nicht eindeutig, das gefällt mir besonders gut. Hier wird keine cliché-hafte Geschichte erzählt mit einer „Heilformel“, sondern vielmehr ein Blick auf die unterschiedlichsten Höhen und Tiefen, den Schmerz, die Verzweiflung und auch das kleine Glück des Lebens geworfen.

Als Leser/in fühlt man sich Maja sehr nah und fiebert mit ihr durch die Geschichte, das ein oder andere Mal war ich den Tränen nahe. Das Buch hat mich auch nach dem Lesen nicht einfach so losgelassen, sondern viel mehr noch einige Zeit in meinem Kopf gearbeitet. Gerade im Hinblick auf die besonders eingehende Sprache mochte ich den Roman.

Fazit:

Die Morgenfinderin war für mich eine wunderbare Entdeckung zur richtigen Zeit. Der Roman hat mich tief berührt und den Blick sowohl geweitet, als auch geschärft für das Essentielle. Man stellt sich automatisch Fragen während der Lektüre und sich mit den eigenen Antworten dazu auseinanderzusetzen, ist ein echter Mehrwert diese Buches. Ich freu ich zukünftig noch mehr von Karen Pelak lesen zu können und danke für die wunderbare Tiefe dieser besonderen Geschichte.

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