Endlich Sommer oder was vom Sommer übrig blieb…

Hier nun mal ein Beitrag aus der Kategorie bemerkenswertes.

Am Wochenende habe ich die Kolumne von Sibylle Berg auf Spiegel online “ Endlich sommer uebers wetter weinen, das leben meinen“ gelesen.
Ich finde sie ganz wunderbar geschrieben und doch lies mich der Grundtenor nicht mehr los. Vieles was Fr. Berg beschreibt kenne ich aus eigenem Erleben und doch war da etwas, dass mich irgendwie wütend machte.

War es früher wirklich besser?

War man früher freier?

Waren die Sommer anders/ schwereloser?

Ich kann diese Fragen nicht mit einem “ Ja“ beantworten.

Aufgrund von selektiver Wahrnehmung erinnert man sich ja viel lieber an die schönen Geschichten ( die erste Verliebtheit, der erste Kuss etc.), dabei zurrt man die Erlebnisse allerdings auf ein Minimum der Zeit zusammen.
Ich erinnere mich aber auch an endlose Sommerhitze, bei der man nicht richtig schlafen konnte, endlose Langeweile, weil man darauf angewiesen war, dass einen die Eltern irgendwo hinfahren und dann auch wieder abholen mussten. Stundenlange Autofahrten mit rauchenden Eltern vorne, die sich dann noch wunderten warum einem nach 5 Stunden Nikotininhallation schlecht wurde ( kann ja eigentlich nur an den Kurven liegen?!). So toll war das alles damals dann doch nicht.
Fr. Bergs letzten Satz „…und nichts, nichts ist mehr Zauber“ empfinde ich als wirklich traurig.
Er beinhaltet für mich eine Resignation im Erwachsenendasein. Hier fehlt mir klar der Aspekt der Selbstverantwortung.
Warum gibt es als Erwachsener keinen Zauber mehr und als Kind/ Jugendlicher schon?
Es ist eine Frage der Achtsamkeit mit sich und der Aussenwelt.
Ich bin heute froh meinen Urlaubsort frei zu wählen und meinen Zeitvertreib eigenverantwortlich zu gestalten.
Jeder, egal welches Alter, hat die Möglichkeit das eigene kindliche Gemüt aufrecht zu erhalten. Weiterhin die Welt erfahren zu wollen, neugierig sein auf andere Menschen und neue Ereignisse, weiter hinterfragen warum Dinge so sind wie sie sind, albern zu sein ohne wirklichen Grund…
Es ist immer eine Frage der eigenen Entscheidungen und der daraus resultierenden Ergebnisse. Welche Prioritäten setze ich?
Was ist mir im tiefsten Inneren wichtig?
Was möchte ich erleben?
Das ist keine Fragen das Alters und der Vergangenheit, sondern Fragen, die man sich immer wieder stellen sollte.
Die vermeintichen Regeln “ das macht man doch nicht…“ etc. oder die auferlegte fiktive “ schwere Macht der Verantwortung“ kann man kritisch hinterfragen. Mit meinem Wissen von heute bin ich froh nicht mehr 15 Jahre alt zu sein. Der Zauber dieser Zeit, oft durch die Erinnerung geschönt, empfinde ich auch heute noch. Den Zauber des Seins kann man immer spüren, aber man muss ihn auch wahrnehmen wollen.
Lust auf Neues und Drang nach Freiheit lassen zauberhafte Momente immer wieder geschehen.
Man muss nur manchmal seine “ Komfortzone“ etwas verlassen und genauer hinsehen oder hinspüren.
Wäre doch schade sich nur nach dem Gestern auszurichten?
Wo bleibt da der Spass und das Erlebnis des Morgen?

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2 Kommentare

  1. August 19, 2017 / 8:26 pm

    Hallo,
    du sprichst ein Thema an, dass mich auch öfters mal beschäftigt.
    Warum muss man sich irgendwann der Verantwortung hingeben und kann keinen Zauber mehr spüren? Ich finde es auch klasse, dass ich mein Leben jetzt selbst bestimmen kann und nicht mehr darauf angewiesen bin, wohin meine Eltern wollen. Und das sollte man doch als neuen Zauber entdecken. 🙂
    Klar, sind die Erinnerungen alle schön, aber man sollte sich einfach in jedem Lebensabschnitt schöne Erinnerungen machen und nicht irgendwann aufgeben.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

  2. August 21, 2017 / 9:24 am

    Danke Diana,ganz Deiner Meinung.
    LG Isabel

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