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“Asche ist furchtlos” von Clint Lukas

Als Clint Lukas hat mich kontaktiert hat und fragte, ob ich seinen neuen Roman gerne lesen würde, war ich mir zunächst nicht sicher. Ein Roman, der in der Berliner Clubszene spielt, wäre normalerweise thematisch kein Buch für mich gewesen. Glücklicherweise hat mich der Autor zu einem “Versuch” überzeugt.


“Asche ist furchtlos” von Clint Lukas

erscheint am 12.12.2020 bei Periplaneta

umfasst 256 Seiten

*vorsorglich kennzeichne ich hier die Links, die zur Verlagsseite und zur Autorenseite führen als Werbung*

Vielen Dank an Clint Lukas für das Rezensionsexemplar!


Klappentext:

“Ihre Schönheit war unerträglich. Mit einer plötzlichen, überdeutlichen Klarheit sah ich, dass diese Frau sich niemals in irgendeiner Form binden würde. An keinen Mann, keine Frau, keinen Ort. Sie war der Flügel des Schmetterlings, den niemand berühren durfte. Und doch wünschte ich mir genau das. Ciri hat ihre Mutter nie richtig kennengelernt. Alle haben ihr bisher die Umstände ihres Verschwindens verschwiegen, allen voran ihr Vater. Was soll man auch erzählen, wenn die große Liebe eine von allen hofierte Dealerin der Berliner Clubszene war und man selbst nur ein geduldeter Zaungast. Als Jonas nach 15 Jahren endlich zu reden beginnt, begreift er nach und nach das Ausmaß seiner grenzenlosen Verklärung. Doch da haben seine und Ciris verdrängte Dämonen schon längst alle Macht über ihre Gegenwart. “

So hat es mir gefallen:

Die Erzählweise von “Asche ist furchtlos” hat mich gleich gepackt. Es wird im Rückblick erzählt. Ciri versucht das Verschwinden ihrer Mutter Nora zu verstehen. Im Gespräch mit Ihrem Vater Jonas erfährt sie, was sich in ihrer Kindheit zugetragen hat. Jonas kommt nach Berlin, um als Künstler durchzustarten. Er lernt Nora kennen und verliebt sich in die charismatische und schwer durchschaubare Frau. Nora “schwebt” durch die Berliner Clubszene und ist als Dealerin tätig. Jonas taucht ein in eine für ihn neue Welt. Nora bleibt für ihn immer ein Stück weit ein Mysterium, was sich auch nicht ändert, als Ciri geboren wird. Er ist ihr auf eine Art “verfallen” und will sie gleichzeitig beschützen. Immer mehr gerät er zwischen die “Fronten” in einem vermeintlich undurchschaubaren Geflecht von Drogendealern, Schutzgelderpressern und den “Nachtgestalten” der Clubszene.

Jonas wächst über sich hinaus und kann Nora doch nicht an sich binden. Es ist eine zerstörerische Beziehung, in der sich beide befinden. Das Umfeld der Clubszene und der Drogen macht es um so schwerer. Hier wo es immer um die nächste große Feier, das nächste bessere Erlebnis geht, kann Beständigkeit nicht stattfinden.

Sie war viel zu gerne unter Menschen. Ich dagegen war spätestens nach sechunddreißig Stnden nur noch ein ausgebrannter Zombie. Einzig und allein darauf programmiert, durchzuhalten.

Als Jonas auf seiner Suche nach Nora immer meht in Gefahr gerät, erinnert mich die Handlung stellenweise an “Fargo”, was mir sehr gut gefallen hat. Überhaupt sind die Charaktere genial konzipiert und kommen lebendig und strange rüber. Einer meiner Favoriten war hier defintiv der irre Raoul, bei dem man sich nicht sicher ist, ob er einfach nur total durchgeknallt ist oder tatsächlich eine Strategie verfolgt.

Durch das Gespräch von Vater und Tochter wird auch Jonas immer mehr bewusst in welche Art von Abhängigkeit er in dieser Beziehung geraten ist. Jonas ist gefangen in seiner Liebe zu Nora und der Idee sie zu retten. Nora ist eine Getriebene und offensichtlich nicht in der Lage sich in eine “normale” Familienstruktur zu begeben.

Durch den Rückblick auf die Geschehnisse entsteht schließlich auch eine Annäherung von Vater und Tochter.

Die Geschichte entwickelt sich Stück für Stück immer mehr zum Thriller und lässt den/die LeserIn nicht mehr los. Sie hat jedoch immer diesen melancholischen Unterton, weil aufgrund der äußeren Gegebenheiten ein Happy End nicht möglich erscheint.

Fazit:

“Asche ist furchtlos” ist definitv ein Roman, der sich richtig gut lesen lässt, der einen mitnimmt in eine “Subkultur” die faszinieren kann und gleichzeitig strange ist. Es bleibt spannend bis zum Ende und es ist endlich mal eine erfrischende neue Art von Story. Ich mochte die Sprache und die Atmosphäre.

Eine klare Leseempfehlung!

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