“Muttertag” von Nele Neuhaus [Rezension]

Buchcover von Nele Neuhaus Muttertag

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)

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Die Vorweihnachtszeit bringt es mit sich, dass es hektischer wird. Auch wenn ich mir jedes Jahr von neuem vornehme, alles besser zu strukturieren und besser organsiert zu sein, bricht „nach hinten raus“ das Chaos wieder durch.

Für mich bedeutet das faktisch ab dem 1. Dezember, dass ich abends oft so müde bin, dass ich kaum noch die Augen offenhalten kann und fast gar nicht mehr zum lesen komme. Die Wochenenden versprechen ebenfalls keine Erholung, so stehen neben einigen Treffen mit Freunden „…nochmal Sehen im alten Jahr“, auch noch Vorbereitungen der Kinder „Krippenspiel“, „Weihnachtsmarktdienst beim Schulstand der Kinder“ etc. an.

Eine Lösung ist glücklicherweise in dieser Zeit vermehrt auf Hörbücher umzusteigen. Wenn man eh schon die ganz Zeit im Auto durch die Gegend „schießt“, dann wenigsten mit einem Hörbuch auf den Ohren.

Ich behaupte ja immer ich würde keine Krimis lesen, aber mittlerweile haben sich doch einige Reihen an Krimis in meine Lesevorlieben hineingeschlichen.

Neben den Reihen von Jean-Luc Bannalec, Benjamin Cors und Carla Berling, gehören die Bücher von Nele Neuhaus mit dem Ermittlerteam Pia Sander und von Bodenstein unbedingt dazu. Auf der Buchmesse hatte ich bei Ullstein bereits die Ankündigung des neuen Bandes gesehen und mich drauf gefreut.

Klappentext:

Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.

Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai…

So hat es mir gefallen:

Nele Neuhaus schreibt einfach sehr gut und ihre Ermittler-Charaktere gehören fast schon zur „Familie“. Mir gefällt, dass neben dem eigentlichen Kriminalfall auch immer bei den Ermittlern im persönlichen Umfeld Entwicklungen geschehen.

In „Muttertag“ geht es mit einem eher gewöhnlichen Leichenfund los, der fast schon als natürlicher Tod eines alten Mannes (Hr. Reifenrath) abgetan wird. Durch einige Zufälle, entwickelt sich allerdings ein Fall, der enorme Dimensionen hat. Plötzlich hat das Team um Bodenstein und Sander es mit einem Serienkiller zu tun.

Die Familie Reifenrath hatte in der Vergangenheit viele Pflegekinder aufgenommen und nach und nach stellt sich heraus, dass diese Pflegekinder misshandelt wurden. Vor dem Hintergrund der 60er Jahre beschreibt das Buch hier auch ansatzweise die Schwierigkeiten, die eine ungewollte Schwangerschaften in dieser Zeit bedeutete. Frauen waren fast gezwungen, die Kinder weg zu geben und den Kindern stand ein ungewisses Schicksal, als gesellschaftlich geächtet bevor.

Der Fall entwickelt sich lawinenartige und verlangt den Ermittlern einiges ab. Es wird ein Profiler hinzugezogen, der interessante Einblicke in die Psyche des Täter als Psychopath abgibt und auch die Schwierigkeit aufzeigt, diese Menschen zu überführen, weil sie enorm manipulativ und eben auch charmant sein können.

Paralell wird die Ermittlerin Pia Sanders noch auf einer ganz anderen Seite von dem Fall berührt, da sich plötzlich ihre Schwester im Visier des Täters befindet und sie sich fragen muss, ob sie ihre Schwester eigentlich wirklich kennt?!

Die Spannung ist permanent gegeben und die Grenzen von Gut und Böse sind fliessend. Bis fast zum Schluss ist unklar wer der Täter ist und am Ende gelingt noch ein toller Showdown am Frankfurter Flughafen.

Da ich in Hessen wohne, kenne ich fast alle Orte, die in dem Buch benannt werden, das macht es nochmal zu einem besonderen Lesevergnügen.

Fazit:

Nele Neuhaus ist hier wieder ein toller Krimi gelungen. Man möchte nach dem Ende direkt in den nächsten Band eintauchen. Er ist spannend, kritisch und authentisch.

Bereits ihr letztes Buch „Im Wald“ hatte ich als Hörbuch gehört und mag es grundsätzlich sehr gerne, wenn immer dieselbe Stimme eine „Reihe“ erzählt. Hier ist die ruhige und variantenreiche Leseart von Oliver Siebeck wunderbar zu hören. Ohne Übertreibung schafft er es den Personen Profil zu geben und es zu einem Hörgenuss werden zu lassen.

Sehr lobend sei auch noch erwähnt, dass der Ullsteinverlag bei der Buchausgabe gänzlich auf einen Plastikeinband verzichtet hat und das Buch mittels einer „Papiermanschette“ „versiegelt hat. Eine tolle Aktion, der hoffentlich viele weitere Verlage folgen werden!

 

 

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4 Kommentare

  1. Avatar Februar 3, 2019 / 4:23 pm

    Irgendwie läuft mir Nele Neuhaus in letzter Zeit immer wieder als Empfehlung über den Weg. Das Buch klingt spannend und noch viel besser, es gibt auch Hörbücher von Nele Neuhaus. Da werde ich doch direkt mal mein aktuelles Guthaben für ein neues Hörbuch einsetzen.

    LG Kerstin

    • Avatar Februar 4, 2019 / 7:39 am

      Liebe Kerstin,
      finde Nele Neuhaus als Hörbuch wirklich toll, habe schon 2 oder 3 gehört und mag den Sprecher.
      Viel Spaß dabei!
      Liebe Grüße
      Isabel

  2. Avatar Februar 3, 2019 / 12:59 pm

    Ich bin ja auch ein Fan von Nele Neuhaus, aber komme gar ncht dazu die Reihe mal wirklich weiterzulesen, dabei stehen einige Bände auch bei uns in der Bücherrei. Hoffe das kann ich demnächst ändern. Mag nämlich wie du auch ihren angenehmen Schreibstil und die beiden Ermittler. Freut mich, dass dir auch der aktuelle Roman wieder gefallen hat.

    Lg Nicole
    #litnetzwerk

    • Avatar Februar 3, 2019 / 3:51 pm

      Liebe Nicole,
      danke für Deinen Kommentar. Ich fand es auch echt angenehem das neue Buch als Hörbuch zu hören. Mit den Hörbüchern komme ich dann zumindest bei der Fahrt zur Arbeit immer noch mal was “gelesen”;)
      Liebe GRüße
      Isabel

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